Alltagsperlen

Freie Platzwahl

Und mein kleines Endverbraucherhirn – von dem ich mir anmaßen möchte, dass es inzwischen sehr schnell schaltet und Vor- und Nachteile diverser Kinderprodukte erkennt – zwitscherte von (von links) vorwurfsvoll: Zwanzig Euro, Tessa. Was hast Du erwartet? Schau, was alles dranhängt, wer alles daran verdienen will. Wie soll sowas mit Leidenschaft hergestellt worden sein?

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Feldbett to go

Und ich könnte jetzt noch ein bisschen weiter ausholen und Euch erzählen von dem Reisebett, das ich damals für Minne bei einem eBay Powerseller geschossen habe. Und wie hundsmiserabel es in echt aussah und wie schwer es wog und wie es gestunken hat und dass ich die einzige aus der gesamten Sippschaft war, die nach zehn Versuchen halbwegs wusste welche Stangen man wie knicken muss, um irgendwann mal ein klappriges Irgendwas im großelterlichen Schlafzimmer thronen zu haben.

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Making Memories

Und jetzt sitze ich hier. Es ist fünf nach zehn am Abend, und in Wahrheit wollte ich schon um neunzehn Uhr angefangen haben zu schreiben. Über meine Kinder. Und darüber, welche Erinnerungen an ihre Kindheit wir ihnen mitgeben wollen.

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Danke, stimmt so!

… Oft habe ich mir danach die Frage gestellt, was passiert wäre, hätte er das nicht oder nicht richtig oder nicht rechtzeitig getan. Bis auf anhaltendes Fieber hatte Minne nämlich genau null Symptome gehabt und nach sieben Tagen und einer aufgebrauchten Flasche Fiebersaft war ich mehr als ratlos gewesen. Erst, als der Kinderarzt Minne untersuchte und uns „nur um’s Auszuschließen“ noch mal in die Radiologie schickte, wurde das Geheimnis gelüftet.

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Hey Harry!

An meinem letzten Arbeitstag hatte ich extra zwei Schokocroissants aufgebacken und den Bistrotisch im Rahmen meiner dortigen Möglichkeiten ein bisschen dekoriert. Ich wollte ihm sagen, dass ich ihn mag und schätze und dass ich hoffe, wir würden uns eines Tages wieder treffen. Ich hätte ihm eine Apfelsaftschorle ausgegeben oder zwei. Und Weihnachten stand vor der Tür und ich hatte ernsthaft überlegt, ihn an Heiligabend zu uns nach Hause einzuladen.

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Manchmal stehe ich auch nur da

Ich würde mich nicht so weit aus dem Fenster lehnen und sagen, diese Anflüge von Überforderung kamen erst mit dem zweiten Kind. Das stimmt nicht. Nicht bei mir. Die Bohne ist glücklicherweise das wahrscheinlich entspannteste Baby von der ganzen Welt. Aber auch das liebste Baby macht Arbeit.

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Ain Säkt

Während die Sirupplörre so aus dem Zapfhahn tröpfelt, denke ich nach:

Wo kommt er wohl her?
Wie sieht sein Kinderzimmer aus?
Hatte er schon mal Sex?

Ich habe es nicht eilig. Die Nacht wird lang, leider.

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Schuhschachtel-Komplexe

Und plötzlich schellen bei mir alle Alarmglocken:
Ich wollte nie, nie, niemals eine praktische Mutter werden.
Ich wollte nie einen Kinderwagen mit Softtragetasche fahren. Oder auf weiße Lätzchchen verzichten.

Und ich wollte mein Kind nie in Cargohosen stecken, selbst dann nicht, wenn sie von miniboden kommen.

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Premiumfloskel für Zweitkinderkrieger

Ja, ich war wirklich der Überzeugung, dass es niemand richtiger oder besser oder sauberer machen könnte als ich. Mit Argusaugen habe ich jede noch so kleine Beugung des wackelpuddelingten Armes eines Dreijährigen beobachtet, der mein ganzes Hab und Gut auf seinem Schoß balancierte.

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Frauenfreundschaften light

Nach meiner Auffassung interessiert sich eigentlich kaum eine Mutter wirklich für die Erlebnisse einer anderen Mutter – es sei denn, es handelt sich dabei um eine langjährige Freundin, deren Baby man zufälligerweise auch noch mag. Aber von denen kenne ich maximal eine Handvoll.

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Diametrales Hassposting

Deswegen: schleicht Euch doch genau jetzt mal kurz ins Schlaf- oder Kinderzimmer, umarmt Eure Brut oder Euren Mann oder klingelt mal schnell bei Eurer besten Freundin oder den Nachbarn oder Euren Eltern durch.

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